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Bewerbungsmanagement - Standortanalyse

Bevor Sie sich über Ihren neuen Arbeitsplatz und Ihre Bewerbungsunterlagen Gedanken machen, sollten Sie eine genaue Standortanalayse vornehmen, um genau zu definieren, wo Sie jetzt stehen, was Sie wollen, und was Sie ausmacht. Diese ersten Überlegungen sind so wichtig, weil Sie sie später für die gezielte Suche, Ihr Anschreiben und ebenfalls für das Vorstellungsgespräch brauchen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie sich aus einer ungekündigten Stelle bewerben wollen, ob Sie arbeitslos sind oder ob Sie den nächsten Karriere-Schritt planen.

1. "Was Möchten Sie in fünf Jahren erreicht haben?"

Diese für ein Vorstellungsgespräch übliche Frage können Sie als Leitfaden für Ihre Standortanalyse nehmen.  Wohin wollen Sie? Sind Sie zufrieden mit Ihren Qualifikationen oder brauchen Sie evtl. noch eine Weiterbildung? Haben Sie bis dahin Ihre "Nische" gefunden? Haben Sie sich auf ein bestimmtes Gebiet in Ihrem Beruf konzentriert? Oder möchten Sie den Beruf wechseln und noch einmal von vorne anfangen? Diese oder ähnliche Fragen sich selbst ehrlich zu beantworten, ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

2. Tätigkeiten und Erfahrungen

Welche Fähigkeiten bringen Sie aus Ihrer bisherigen Berufszeit mit? Fertigen Sie eine Liste mit Ihren beruflichen Stationen an. Hier kommt Ihre Fachkompetenz ins Spiel. Beginnen Sie mit Ihrem Studium, Ihrer Ausbildung und fahren Sie mit Ihren Arbeitsstellen fort. Haben Sie Lücken in Ihrem Lebenslauf, benennen Sie auch diese.  Haben Sie beispielsweise wegen Ihrer Kinder über mehrere Jahre ausgesetzt, waren Sie in dieser Zeit Familienmanagerin und konnten Ihr Organisationstalent frei entfalten.  Im zweiten Schritt ergänzen Sie Ihre beruflichen Stationen um Ihre personale und soziale Kompetenz. Hierzu zählen Fähigkeiten wie Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen oder Kreativität. Sind Sie kommunikativ, kooperationsfähig oder arbeiten Sie mehr für sich? Welche Erfahrungen haben Sie in welchen Situationen gemacht? Wenn Sie sich auf diese Weise nochmals Ihre berufliche Vergangenheit anschauen, kommen Sie sich selbst und Ihrer Zukunft einen großen Schritt näher. Sie wissen, was Sie nicht mehr wollen und vor allem wissen Sie auch, was Sie  brauchen, um gezielt einen neuen Arbeitsplatz zu suchen.

3. Stärken und Schwächen

Schreiben Sie eine Liste mit ihren Stärken und Schwächen. Beschränken Sie sich dabei nicht nur auf die allgemein üblichen beruflichen Felder wie teamfähig, kommunikativ oder strukturiert sondern nennen Sie auch all das, was Sie als Mensch ausmacht. Anschließend bewerten Sie sich selbst. Geben Sie sich Noten, von eins bis sechs oder zehn. So finden Sie für sich selbst Ihre Spitzenstärken- und Schwächen heraus. Jeweils drei brauchen Sie später eventuell für das Vorstellungsgespräch, wie Sie vielleicht auch schon wissen. Dann können Sie ohne groß zu überlegen, schnell antworten. Doch beschränken Sie sich bei Ihren Schwächen auf die sogenannten Positiven. "Kreativität" kann eine positive Schwäche sein, wenn Sie beispielsweise sagen, Sie schauen während Ihrer Tätigkeit schon mal gern nach rechts und links, um Ihre Arbeit zu verbessern. Ebenso wichtig sind Ihre größten Stärken für das Anschreiben. Sie wollen ja nicht nur Ihre Qualifikationen beschreiben, sondern auch über sich persönlich erzählen. 

Wenn Sie diese drei Punkte schriftlich festgehalten haben, wissen Sie, was Sie nicht mehr wollen und vor allem wissen Sie auch, was Sie brauchen, um gezielt einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Im nächsten Schritt können Sie Ihren Lebenslauf anfertigen oder umarbeiten und Ihr Anschreiben formulieren oder zunächst einen Weiterbildung absolvieren. Diese überaus wichtige und oft unterschätzte Vorarbeit haben Sie bereits erledigt. 

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